SPINELLI
Neubau Gemeinschaftshaus






Bauherr: Regierungspräsidium Karlsruhe, Manfred Beuchert, vertreten durch Baukompetenzzentrum Stadt Mannheim, Tatjana Dürr
Planer: TU Kaiserslautern, Fachbereich Architektur (Prof. Dipl.-Ing. Stefan Krötsch, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf, Prof. Dipl.-Ing. Andreas Kretzer mit Studentengruppe Atelier U20)
Zeitraum: 2016
Typ: Gemeinschaftshaus
Auszeichnungen: Holzbaupreis BaWü 2018, Erskine Award 2017, Heinze Award 2017, Hochschulpreis Holzbau (Anerkennung) 2017, The Best Student Design-Build Projects Worldwide 2017, Hugo Häring Auszeichnung 2020
Im Sommer 2016 errichteten Architekturstudierende der TU Kaiserslautern gemeinsam mit Geflüchteten ein Gemeinschaftsgebäude in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Spinelli Barracks in Mannheim. Der grundlegende Entwurf stammte von Sandra Gressung und wurde im weiteren Verlauf von den Studierenden aufgegriffen, weiterentwickelt und gemeinsam bis zur Genehmigungs- und Ausführungsplanung ausgearbeitet. Die Geflüchteten, die nach ihrer Ankunft in Deutschland oft zu längerer Untätigkeit gezwungen sind, wurden erst im Verlauf des Projekts einbezogen. Dadurch erhielten sie die Möglichkeit, sich einzubringen und ihr Umfeld aktiv mitzugestalten, das bislang kaum Orte mit Aufenthaltsqualität bot. Währenddessen brachten die Studierenden ihr gestalterisches Wissen ein, um ansprechende und hochwertige Architektur zu schaffen. Anders als bei rein theoretischen Projekten mussten sie ihre Ideen an reale Anforderungen anpassen und die Umsetzung kritisch begleiten. Von August bis Oktober lebten und arbeiteten Studierende und Geflüchtete gemeinsam vor Ort.
Das Bauwerk wurde als Holzkonstruktion realisiert und umfasst mehrere Bereiche: einen offenen Gemeinschaftsraum mit einem dreiseitig umschlossenen Hof, einen eher abgeschirmten Ruheraum mit Garten, einen Kiosk sowie eine Werkstatt. Um die Kosten gering zu halten und die zahlreichen Helfer sinnvoll einzubinden, setzte man auf einfache und materialeffiziente, jedoch arbeitsintensive Bauweisen. Besonders prägend sind die Wände und Träger aus mehreren Schichten vertikal und diagonal angeordneter Holzlatten, die zu einem leistungsfähigen Tragwerk verschraubt wurden und dem Gebäude seinen charakteristischen Ausdruck verleihen. Das filigrane Geflecht der Gitterstrukturen erzeugt dabei ein lebendiges Spiel aus Licht und Schatten.
Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Sebastian Rauch (Bauleitung), Christian Weisgerber
Studierende:
Johannes Ackermann, Soheyl Aslani, Sandra Gressung, Sonja Hiegle, Annika Koch, Alina Kohl, Tobias Kohlstruck, Bei Liu, Konrad Peter, Viktor Poteschkin, Sascha Ritschel, Arved Sartorius, Manuel Scheib, Nicolas Treitz, Tobias Vogel, Lukas Weber, Lu Yuan, Ying Zhang
Freiwillige Helfer:
Manneh Alassan, Barry Alieu, Momodou Bah, Lamin Bakare, Alhagie Darboe, Ousman Dema, Abubacarr Gagigo, Yankuba Gitteh, Amanuel Habtom, Fatti Ismael, Lucky Iyare, Adama Jallow, Dawda Jallow, Demba Jawo, Hamadi Runda Jawo, Haruna Jawo, Kebiru Danlad Momoh, Luke Okoeguale, Ifeanyi Okolie, Stanley Okoro, Emmanuel Onyemarin, Sanna Sacka, Sanyang Seiney, Dembo Tunkara, Bright Uwubuedere
Fotos:
Yannick Wegner
